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Iserbach

Historischer Überblick über Verlauf, Nutzung und Veränderung des Iserbachs

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Der Iserbach hatte für den südlichen Ortsbereich von Vachendorf eine bedeutende, teils auch problematische Rolle. Sein ursprünglicher Verlauf lag vermutlich in einem durch den Bahnbau veränderten Becken zwischen Georgiberg und dem Höhenzug zum Türlberg. Noch heute finden sich östlich der Bahnlinie Quellbereiche, während westlich davon sumpfiges Gelände erhalten ist.


Vor dem Bau der Bahnlinie im Jahr 1856 floss Wasser aus mehreren Quellen, insbesondere aus dem Raum Axdorf, über Seiboldsdorf in die Traun. Mit dem Bahnbau wurde dieser natürliche Verlauf verändert und die Gewässer wurden in den Iserbach umgeleitet. In der Folge wurde der Bach zunehmend zur Ableitung von Abwässern genutzt, deren Auswirkungen damals noch nicht absehbar waren.


Bereits im frühen 19. Jahrhundert kam es zu Eingriffen in den Bachlauf. Ein Bericht aus dem Jahr 1818 belegt Maßnahmen zur Regulierung, bei denen der Bach begradigt, in Gräben geführt und alte Flussläufe verfüllt wurden. Vor dem Straßenbau nach Humhausen–Bergen im Jahr 1917 verlief der Iserbach noch in einem geschwungenen natürlichen Bett entlang des sogenannten Weichselbaums.


Mit zunehmender Belastung durch Abwässer und damit verbundener Geruchsbelästigung wurde der Bach auf Antrag der Anlieger schließlich verrohrt. Diese Maßnahme stellte einen tiefen Einschnitt in die Wahrnehmung und Funktion des Gewässers dar.


Erst mit dem Ausbau der Ortskanalisation, insbesondere durch den Beginn der Kanalisation in Axdorf im Jahr 1994, verbesserten sich die Bedingungen für das Gewässer wieder. Der Iserbach erhielt dadurch zumindest teilweise eine neue ökologische Perspektive.


Der Bach ist zudem in historischen Urkunden und Flurbezeichnungen überliefert. So verweist etwa das Dollberger-Güt „in der Isen“ auf seine frühere Bedeutung im Landschafts- und Siedlungsgefüge.


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