1981 Gemeindebesichtigung durch Landratsamt
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1981 Gemeindebesichtigung durch Landratsamt

Vertreter vom Landratsamt "visitierten" die Gemeinde Vachendorf

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Im Rahmen einer Gemeindebesichtigung besuchten Landrat Leonhard Schmucker und Vertreter verschiedener Fachbehörden die Gemeinde Vachendorf, um sich vor Ort ein Bild von deren Entwicklung, Infrastruktur und anstehenden Aufgaben zu machen. Im Rathaus begrüßte 1. Bürgermeister Nikolaus Diener die Delegation und stellte die wichtigsten Daten der Gemeinde vor. Vachendorf zählte damals rund 1500 Einwohner bei einer Fläche von 9,3 Quadratkilometern und war noch stark landwirtschaftlich geprägt. Gewerbebetriebe spielten nur eine untergeordnete Rolle. Die finanzielle Lage der Gemeinde wurde als solide beschrieben: Die Pro-Kopf-Verschuldung lag bei etwa 400 DM, das Haushaltsvolumen bei rund zwei Millionen DM.

Auch die örtliche Infrastruktur wurde vorgestellt. In Vachendorf gab es eine Grundschule mit zwei ausgelagerten Klassen der Teilhauptschule Bergen, einen Arzt und Zahnarzt, eine Poststelle, eine Raiffeisenbank mit Lagerhaus, zwei Lebensmittelgeschäfte, mehrere Gasthäuser, einen Elektroladen, eine Volksbücherei sowie Beherbergungsbetriebe. Für Freizeit und Sport standen ein Freibad, zwei Sportplätze, drei Tennisplätze und eine Eisbahn zur Verfügung. Zudem war ein Lösch- und Rettungsfahrzeug für die Feuerwehr angeschafft worden, und auch die Friedhofsfrage konnte gelöst werden.

Zu den wichtigsten zukünftigen Aufgaben zählte Bürgermeister Diener insbesondere den Bau einer Ortskanalisation, die als größtes Problem der Gemeinde galt. Weitere Themen waren der Bau einer Umgehungsstraße, die Einrichtung eines gemeindlichen Bauhofs, ein Geh- und Radweg nach Axdorf sowie die Sanierung des Schwimmbades. Diener erinnerte außerdem daran, dass die Voraussetzungen für die Eigenständigkeit der Gemeinde und die Bildung der Verwaltungsgemeinschaft mit Bergen durch verstärkte Bautätigkeit und Bevölkerungszuwachs unter seinem verstorbenen Vorgänger Bürgermeister Klauser geschaffen worden waren.

Während der Besichtigung wurden mehrere Einrichtungen und Projekte vor Ort in Augenschein genommen, darunter das Feuerwehrhaus, der Friedhof, die Schule, der Bau der Turnhalle, das Schwimmbad mit Sportanlagen, die Wasserversorgungsanlage am Georgiberg, die neue Straße von Hasperting nach Adelholzen sowie die vorgesehenen Standorte für Kläranlage und Gewerbegebiet.

Auch Vertreter der Fachbehörden nahmen Stellung zu verschiedenen Themen. Kreisbrandrat Franz Winter lobte die Ausstattung der Feuerwehr, regte jedoch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an der Schule an. Vom Landwirtschaftsamt berichtete Leitender Landwirtschaftsdirektor Hans Zierer über die landwirtschaftliche Struktur mit 52 Betrieben, darunter auch Schafhaltungen, und über die zunehmende Bedeutung des Silomaisanbaus.

Weitere Beiträge kamen aus den Bereichen Bauplanung, Naturschutz, Straßenbau, Gesundheitswesen und Wasserwirtschaft. So wurde etwa der Flächennutzungsplan erörtert, ebenso Fragen zum Standort des Gewerbegebietes, zur Wasserversorgung, zu Kiesgruben sowie zur geplanten Kanalisation. Die Leiterin des Gesundheitsamtes bestätigte die gute Qualität der Wasserversorgungsanlage am Georgiberg, wies jedoch auf Schwierigkeiten bei der Versorgung im Ortsteil Hasperting hin. Auch der Fremdenverkehr, der mit rund 14 000 Übernachtungen jährlich noch eine eher geringe Rolle spielte, wurde angesprochen.

Bei der abschließenden Besprechung im Gasthaus zur Post fasste Landrat Schmucker die Eindrücke zusammen. Er stellte fest, dass es keine Beanstandungen gebe und würdigte die beachtlichen Leistungen der kleinen Gemeinde. Besonders hob er die gute Zusammenarbeit der Gemeinde mit den örtlichen Vereinen sowie das partnerschaftliche Verhältnis zur Gemeinde Bergen innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft hervor. Die Gemeindebesichtigung diente dabei nicht nur der Bestandsaufnahme nach der Gebietsreform, sondern auch dem direkten Austausch zwischen Gemeinderäten und Behördenvertretern über die zukünftige Entwicklung Vachendorfs.

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